Geschichte

Die Geschichte des Rollerkö

Der Rollerkö hat seine Anfänge um das Jahr 1985 herum. Hier begannen sich Vespafahrer/-innen am Königsplatz in Augsburg regelmäßig zu treffen. Man war halbstark, pubertär und im besten Alter die Freiheit auf der Vespa voll auszukosten.

Beliebte Diskotheken in dieser Zeit waren:
Neondatschi, Life, Christians, Jerome und der Rest vom „HAUS“ bestehend aus Wunderbar, Filmbühne-Cafe, und Cafe Quax.

Jeden Tag am Wochenende Treffpunkt am Kö …egal wann man vorbei kam, irgendwen hat man immer getroffen.
… auch gerne mal die örtlichen Vertreter des Gesetzes.

Herr Horn und Herr Engelhard kannten sich bestens mit den gängigen Tuningmaßnahmen aus und wussten diese auch wirkungsvoll und umgehend zu unterbinden.
Aus diesem Grund traf sich ein Teil der Kö-Gemeinde öfter mal im Zoo um dort die verordneten Strafarbeiten abzuleisten. Zitat Hauggos: „Warum war ich wohl mehrmals im Tiergarten ??? Elefantenscheisse schippen ?? Gepardenställe ausmisten ?? oder einfach nur Laub kehren ?? BESTIMMT NICHT FREIWILLIG !!!“

Kaufen konnte man derartige „Maßnahmen“ im Rollershop, damals noch in einem alten Minischuppen in Täfertingen, wo auch die besagten Herren auf geschmacklos lackierten BMW Motorrädern öfter mal „Wache standen“.

Oder man kaufte bei Jakomo, einem versteckten, illegalen Hinterhofladen in Bozen, Tuninartikel der Firma Polini, Simonini, LeoVince oder Malossi.
Leider starb in diesem Jahr auch der Arndt nach einem Frontalzusammenstoß mit einem Wohnmobil auf dem Weg zum Gardasee.

1986 ist der Kö an JEDEM Abend besetzt … egal wann!
Das Neondatschi macht in diesem Jahr zu. Der Rollershop zieht um, in einen größeren Schuppen gegenüber vom Alten.

Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden: Partysprengen!
Man traf sich am Kö und irgendwer wusste wo eine party ist. Resultat: 20-30 Roller sind dann auf diese Party gefahren !!

1987 macht das Christians (später Inbase) dicht und man weicht ins Jerome aus. Zwischenzeitlich verlagert man auch den Treffpunkt kurzzeitig an den Zeughausplatz. In diesem Jahr verunglückt auch Robbi Gunzl nach dem er, nach einer Party, gegen einen stehenden LKW Anhänger fährt.

1988-1992 bleibt der Kö eine sichere Burg für die Augsburger Vespafahrer. Standard Umbauten an den Rollern waren Crosskotflügel und Radio mit Boxen im Handschuhfach. Die PX (ohne Lusso) war das einzig Wahre, DT 80 und MTX waren der Feind.

Es wurde dann auch gemeinsam auf Rollertreffen gefahren, Kreuzlingen, Eurovespa Rimini etc. Außerdem zeigten sich die Crazy Bumblebees, ein Augsburger Scooter Club, in der Szene. Was, unter anderem, zu einigen denkwürdigen Ereignissen führte.

Ab 1993 herum löste sich die Roller Szene am Kö dann langsam auf. 1995-2000 war der Kö so gut wie nicht mehr existent.

Hier begann dann eine neue Generation, die den „alten“ Kö gerade so verpasst hatte, mit dem Aufbau des „neuen“ Rollerkö. Es wurde jeder Vespafahrer den man erwischen konnte angequatscht, Zettel an geparkten Vespen hinterlassen und Flyer im Rollershop hinterlegt, der mittlerweile nach Adelsried umgezogen war.

Man traf sich anfangs nur mit einigen wenigen „alten Hasen“ wieder regelmäßig am Königsplatz und erreichte dadurch dass der Rollerkö langsam wieder bekannt wurde. Es sprach sich herum dass dort wieder Vespen anzutreffen sind und man hatte nun auch ein neues „Feindbild“ … Plastikbomber. Allerdings werden diese schaltfaulen Verkehrsteilnehmer nun deutlich respektvoller behandelt als das im Jahre 1990 noch der Fall gewesen wäre, man begnügt sich damit seine Meinung lediglich verbal kund zu tun.

Am Kö sind nun alle Generationen von Augsburger Rollerfahrern wieder vereinigt. Alte Hasen der 1. Stunde, umdie30er aus der mittleren Epoche und Nachwuchs Schaltrollerfahrerder neuesten Generation. Man kann sagen dass hier jeden Freitagabend ein lockerer Stammtisch von oft weit über 30 Vespafahrern /-innen zusammen kommt.

Die Augsburger Vespaszene hat wieder einen festen Anlaufpunkt.

Und alle fröhnen mit Hingabe dem schönen Laster, Vesparoller fahren.


zur allgemeinen Geschichte des Königsplatzes gibts HIER mehr.